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Über Hunde. An Gisela Zifferer

von Alejandro de Bernardo

 
 

 

 
 

Quelle: Tageszeitung "El Dia" der Insel Teneriffa, Kanarische Inseln, Spanien vom Sonntag, der 16. Juli 2006.

Einer, der nicht einmal den Ort auswählt, wo sein Leidensweg zu beginnen hat - oder noch viel weniger die Wahl hat, wo man geboren wird oder ob man weiterhin im Limbus schweben soll - also, der taucht nun hier oder im abgelegensten Winkel der Welt auf, weiß, schwarz, gelb oder kupferfarben; als Mann, Frau oder ein wenig von beiden; reich, arm oder so aus der Mittelschicht.... ohne etwas dazu sagen zu können. Es ist das Glücksrad des Lebens, das skrupel- und rücksichtslos Treffer oder Nieten verteilt. Nun gut, dieser Autor, der sich an Sie wendet, ist wie alle anderen nie gefragt worden, hat aber Glück gehabt.

Glück... wegen der Zeit, zu der er geboren wurde, wegen des Ortes, an dem er lebt, wegen der Familie, den Freunden, deren Leiden und Freuden er teilt. Zeit, Ort, Personen - der Dreispitz des Glücks oder Unglücks.

Ich kenne sie nun schon seit mehr als fünfzehn Jahren. Wie alt sie ist, weiß ich nicht. Sie ist in Deutschland geboren und lebt seit zweiundvierzig Jahren hier, Herz und Augen altern nicht. Ihr Herz ist so groß wie kein anderes, ihre Augen - blau wie das Meer an einem strahlend sonnigen Tag - haben nicht das Geringste an ihrer Ausdrucksfähigkeit und Schönheit verloren. Die Götter haben sie auserwähit, um sich an ihrem Schaffen zu erfreuen. Sie war Model und Schauspielerin. Die Welt lag ihr schon seit ihrer frühesten Jugend zu Füßen und umgab sie mit Luxus. Der Prunk der Berühmtheit kapitulierte vor der Sanftmütigkeit und Bescheidenheit einer Person, die einen Film in "la bella Italia" so lange aufhalten konnte, bis die beiden verirrten Hündchen, die sie immer und überall begleiteten, wieder auftauchten. Sie stellte alles auf den Kopf, oder wie man hier in diesem Falle mehr als treffend sagt, sie "verschob
nach Santiago", und die Dreharbeiten wurden erst nach dem glücklichen Fund fortgesetzt.

Auch in Afrika hat sie gelebt und heiratete dort einen österreichischen Bauunternehmer. 1964 kamen beide nach Teneriffa. Die zwei Hündchen waren unterdessen zu viert, begleitet von einem Pferd. Das Leben, das dem Ehepaar bisher alles geschenkt hatte, widersetzte sich ihnen nun fortwiegend. Ein Krebsleiden nahm ihr ihren Gatten und überließ sie alleine mit ihrer Aufgabe: zwei Kinder, auf Teneriffa geboren, und ein Unternehmen, das weitergeführt werden musste.

Vor zwanzig Jahren begann sie, ihre ganze Freizeit den Tieren zu widmen, denen das fehlt, was ihre eigenen Haustiere haben. Beinahe sofort wurde diese Freizeitbeschäftigung ein Vollzeitjob. Jeden Tag, von frühmorgens bis spätabends bemüht sie sich, herrenlose Hunde zu pflegen. Die Gleichgültigkeit fällt immer mit der eigenen Umgebung zusammen. Ihr Haus war ein Operationssaal, ein Pflegeraum und ein Tierheim für teilweise mehr als
vierzig Hunde... Sie widmet ihr Leben und ihr Heim den herrenlosen Tieren. Und das kommt ihr teuer zu stehen. Gesundheitlich hört das Warnlicht nicht auf zu blinken. Nicht die Hunde sind es, die sie misshandeln. Sie will nicht, dass man ihr den Weg glättet.... sie will nur, dass man sie arbeiten lässt.

Zutiefst verletzt wird sie durch eine Horde skrupelloser Personen, die in den letzten Tagen eine Kampagne gestartet haben, auch wenn sie nicht gegen sie persönlich gerichtet sein soll Der Angriff kommt jedoch spät. Zu spät, um den Krieger zu überraschen. Dieser Vorfall ist zyklisch. Sowohl sie als auch der Autor haben festgestellt, dass die Zeit jeden an seinen Platz weist. Niemand wird ihrer mächtig werden. Auch wenn das erste Telefon am Morgen sie mit einem "Hurentochter, Mörderin..." begrüßt.

Die Rohheit und Gemeinheit werfen nur Dreck auf ihre Urheber, meistens sind es Dilettanten oder Besserwisser. Je zur Hälfte. Gisela, niemand sieht die Sache objektiv: Tausende von verlassenen Hunden - wörtlich, tausende - haben heute dank Frau Zifferer ein neues Zuhause. Zufälligerweise ist sie die
Leiterin des Tierheims Valle Colino. Das "Vier-Sterne-Hotel" für Hunde, dem diese unverantwortlichen Personen ein Ende setzen wollen. Von hier aus ermutige ich die Behörden der vier Gemeinden, dass sie das Tierheim und den Tierverein selbst mitfmanzieren und nicht einfach mit verschränkten Armen
zusehen, sondern dass sie die Sache anzeigen. Die Gerechtigkeit ist zwar langsam, aber am Ende kommt sie doch. Sie sollen die Sache anzeigen und die Folgen auf sich nehmen. Man kann andere Personen nicht einfach nach freiem Ermessen als Spiegel der eigenen Verdrossenheit verleumden.

Der Tor schießt seine Pfeile zu früh ab, und diese Dummköpfe haben nun keine mehr, Gisela, Dich zu kennen war für mich ein großes Glück. Die Hunde und die guten Menschen brauchen Dich immer noch. Und jene Horde, die Dir aus weiß nicht welch unerklärlichen Gründen schaden will, sollte das Sprichwort nicht vergessen, das im Spanischen lautet: "Wenn Du mit einem Finger zeigst, sind die anderen drei Finger auf Dich gerichtet"

Einen recht schönen Sonntag. adebernar@yahoo.es

 

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